Unternehmerische und politische Verantwortung in einer beschleunigten Welt 

[vom Sinn des Wirtschaftens]


Wir stehen alle unter wirtschaftlichem Druck. Wer politische Verantwortung trägt, findet nur schwer Lösungen für aktuelle Probleme unserer Gesellschaft. Es scheint, als wären wir dem wirtschaftlichen Druck hoffnungslos ausgeliefert. Niemand fühlt sich in der Lage, das Steuer in die Hand zu nehmen, während die Beschleunigung weiter zunimmt.

Es gibt jedoch eine gute Nachricht: Wir können unabhängig von der Weltwirtschaft in unserem Land weiterhin eine funktionierende Demokratie mit Wohlstand und Wohlfahrt für alle leben. Wir müssen uns nur an den richtigen Paradigmen orientieren und unsere Aufmerksamkeit dem Geldsystem, statt Staat und Markt widmen.

Wenn Sie nach Lösungen suchen, finden Sie die besten Antworten in der Analyse von Ideologien und Strukturen, welche unserem wirtschaftlichen und politischen Denken zu Grunde liegen. Wir haben vergessen, dass es einen Unterschied zwischen realer Wirtschaft und Geldwirtschaft gibt. Die jüngsten Höhenflüge und Abstürze an den Börsen haben uns dies in aller Deutlichkeit gezeigt. Die Grundidee des Wirtschaftens liegt im «Nutzen stiften» und in einem fairen Tausch und hat mit dem «Profitieren» und «Gewinnmaximieren» der Geldwirtschaft (des Kapitalismus) nichts zu tun. Geldstrom und Güterstrom sind entkoppelt!

Während wir uns auf die Privatisierung und den Abbau des Staates konzentrieren, profitiert ein seit Generationen privatisiertes Geldsystem mit seinen aristokratischen Exponenten davon, dass die Mehrheit der Menschen den alchimistischen Ursprung des Geldwesens vergessen hat (siehe dazu www.snb.ch - Aufbau - Unabhängigkeit). Dadurch und nur dadurch bringen wir uns immer mehr unter Druck. Ein auf Nutzen stiften basierendes Wirtschaftssystem kann unmöglich ein Heer von Armut und Arbeitslosen erzeugen, wie wir es in den vergangenen zehn Jahren geschaffen haben. Unternehmer und Politiker tragen gerade in der heutigen Phase des Neu- und Umbaus der schweizerischen und internationalen Wirtschaft grosse Verantwortung. Wir haben in der Schweiz noch immer die beste Demokratie von allen und den Sonderfall Schweiz gilt es zum Nutzen unserer Nachkommen zu erhalten. Es würde mich freuen, wenn Sie durch aktive Einflussnahme und Information mithelfen, Politiker und Unternehmer auf die Spur von echten, ideologiefreien Lösungen für unsere Probleme zu motivieren. Nicht alles, was nach Geld riecht, ist gut für die Demokratie und nicht alles was nach Staat riecht, ist schlecht für die Wirtschaft. Der Kapitalismus lässt sich nur durch klare Gesetze zivilisieren, Gesetze welche auf Ethik und Demokratie basieren. Ein Geldsystem, welches unter privater Kontrolle ist, ist einer Demokratie nicht würdig. Unter privater Kontrolle entzieht es sich unserer Demokratie und kann eventuell Wohlstand maximieren, jedoch in der Regel nur für Eliten. Wohlstand und Wohlfahrt für alle bedingt also die Unterstellung des Geldsystemes und damit die Steuerhoheit unter demokratische Kontrolle.

Die beiliegenden Literaturhinweise haben mir auf der Suche nach Antworten geholfen. Danke, dass Sie diese auch unseren Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft zugänglich machen, welche demnächst an der Revision unseres Notenbankgesetzes arbeiten und diskutieren.  

Wenn wir die Weichen hier richtig stellen, werden wir rasch zurückfinden zu einer komfortablen Grundbefindlichkeit, welche Voraussetzung ist für Wohlstand und Wohlfahrt. Zeitökologie ist integrierender Bestandteil von Wohlfahrt und wird wohl ohne ein demokratisch kontrolliertes Geldsystem immer eine Illusion bleiben.

Muri Ivo
Unternehmer
Glockenstrasse 1
CH-6210 Sursee